Über mich    [ Ich an Sie ]  [ Sie an mich ]  [ Für Andere ]  [ Von Anderen ]  [ Start ]

Nadia Rouhani

Ich bin 38 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sechs Jahren. In Frankfurt/Main, London und Köln habe ich osteuropäische Geschichte, Politikwissenschaft und Slawistik studiert.

Während des Zusammenbruchs der Sowjetunion von 1991 bis 1994 war ich Redakteurin und Chefin vom Dienst im ARD-Fernsehstudio in Moskau bei Gerd Ruge und Thomas Roth. Eine Zeit ständiger Sondersendungen.

In Berlin-Charlottenburg lebe ich seit 1994, seit 1996 zwischen Stuttgarter Platz und Lietzensee.

Während ihrer ersten Lebensjahre war ich vor allem für meine Kinder da; einige Beiträge für 3sat "Kulturzeit" gemeinsam mit Tilman Jens haben sich gut damit vertragen.

Seit 1998 engagiere ich mich in der Kommunalpolitik, betreibe kontinuierlich und erfolgreich Politik von unten. Das heißt, Anliegen vor meiner Haustür aufgreifen, sie erfolgreich und über meine direkte Nachbarschaft hinaus zu thematisieren. Eines der Themen betraf den Alltagskonflikt "Hundehaltung" – anlässlich der Bundestagsdebatte zum deutschlandweiten Kampfhundeverbot bemerkte U. Deppendorf in der ARD (Bericht aus Berlin vom 30.06.2000): "Dieses Problem hat die Politik lange vernachlässigt – aber in Berlin gibt es eine junge Frau, die beharrlich auf eine strengere Gesetzgebung hinwirkt."

Im zweiten Beispiel konnte ich mit einer starken Bürgerinitiative am Stuttgarter Platz ein unsinniges und überdimensioniertes Bauprojekt zu Fall bringen. Zwei Jahre zähes Ringen, das man in ganz Berlin verfolgen konnte..

Als parteilose Kandidatin habe ich 1999 erstmals für das Berliner Landesparlament kandidiert. Mit dem besten Ergebnis einer parteilosen Einzelbewerberin in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In meinem Abgeordnetenhaus-Wahlkreis haben mir 8,7% der Wähler ihr Vertrauen ausgesprochen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte auf ihren damals neuen Berliner Seiten : "Im Wahlkreis vier ist das neue Berlin." (24.09.1999)

Mich bewegt die Idee der notwendigen politischen Erneuerung aus der Bürgerschaft heraus.

Gerade hier in Berlin.

Erinnern wir uns: Bei der letzten Berlin-Wahl 1999 (Diepgen gegen Momper?!) boten uns die beiden großen Parteien CDU und SPD kein einziges Thema an, über das zu streiten lohnte und worüber wir Bürger per Wahl zum Mitentscheiden aufgerufen worden wären. Worüber können wir dieses Mal abstimmen? Kein Wahlkampf um Themen, sondern Rangeleien um Listenplätze, Macht und Koalitionen. Die Lähmung der großen Koalition wirkt fort, - und die Bilanz, mit der die beiden großen Parteien dieses Mal vor uns Wähler treten: 6 Milliarden DM Schulden und der Verdacht von Korruption und Amtsmissbrauch - ist verheerend.

Ich schließe daraus: Politik braucht den Einfluß parteipolitisch unabhängiger, verantwortungsbewußter und durchsetzungsfähiger Bürger in unseren Rathäusern und Parlamenten. In Berlin und anderswo. Unsere Demokratie lebt von tatkräftigen und zur Einmischung bereiten Bürgern.

Dazu sollten wir die Möglichkeiten und Chancen unseres Wahlrechtes nutzen, um die politische Willensbildung und die politische Personalauslese nicht konkurrenzlos den Parteien zu überlassen. Insbesondere unsere Wahlkreise, aus denen wir einzelne Personen in die Landesparlamente und in den Bundestag senden, sollten wir nicht Parteivertretern als ,"Pfründe" überlassen. Hier könnte die Konkurrenz um Themen, Personen, Glaubwürdigkeit, Bürgernähe zur notwendigen Erneuerung des verkrusteten Parteienwesens beitragen.

So lebendig könnte Demokratie sein!